Prostatakrebs-Selbsthilfe-Gruppe Gronau

 

Antonius Boes (Vorsitzender)

 

Kapellenweg 29

 

48291 Telgte

 

 

 

20.6.2014

 

Prostatakrebs-Selbsthilfe-Gruppe auf Informationsfahrt nach Münster

 

 

 

Mit 27 Mitgliedern und Partnerinnen startete die Selbsthilfegruppe aus Gronau zu einer Informationsfahrt nach Münster. Der Förderverein des Prostatazentrums am UKM hatte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Wissenswertes über die Prostata“ eingeladen.

 

Bevor es aber zu den Vorträgen in das Schloss in Münster ging, nahm die Gruppe an einer Führung im Botanischen Garten teil.

 

Bei dieser 90-minütigen Führung erfuhren selbst eingefleischte Hobbygärtner viel Wissenswertes. Die Teilnehmer kamen bei den Ausführungen des Gärtnermeisters aus dem Staunen nicht heraus; immer wieder hörte man: „Das hab´ich nicht gewusst.“

 

Nach einer Kräftigung im Schlossgarten-Cafe ging es dann in den Sitzungssaal des Schlosses.

 

Nach der Begrüßung durch die Stellvertretende Bügermeisterin der Stadt Münster, Frau Reismann, und einer Einführung durch Prof. Dr. med. Lothar Hertle, Direktor der Klinik für Urologie am UKM, ging es in medias res.

 

Sporttherapeut Jan Meyer Brenken befasste sich mit der Frage „Sport trotz - mit- wegen Prostata-krebs?“

 

Anschließend stellte uns Prof. Dr. med. Edwin Hermann „Innovative Behandlungsmöglichkeiten der gutartigen Prostatavergrößerung“ vor.

 

Mit Interesse verfolgten einige unserer Mitglieder die Aussagen von Dr. med. Martin Bögemann zum Thema „Hormontherapie – Was gibt es Neues?“

 

Einige neu zugelassene bzw. im Zulassungsverfahren befindliche Medikamente geben Anlass zur Hoffnung.

 

Prof. Dr. med. Axel Semjonow referierte zum Thema „Früherkennung PSA im Wandel?“. Er – der anerkannte Spezialist auf diesem Gebiet – beschwerte sich über manche Falsch- bzw. aufreißerische Aussage in der Presse. Nach wie vor ist der PSA-Wert das wichtigste Indiz für eine Unregelmäßig-keit in der Prostata und damit ein wichtiger Hinweis für Patient und Arzt, dass man die mit Hilfe des PSA-Wertes gefundenen Befunde weiter untersuchen bzw. im Auge behalten sollte.

 

Nach jedem Vortrag und auch nach der Veranstaltung standen die Referenten zu Fragen bereit. Diese Möglichkeit wurde von den zahlreichen Besuchern ausgiebig in Anspruch genommen.

 

Auf der Rückfahrt nach Gronau waren sich alle dahingehend einig, dass es ein sehr informativer Nachmittag war und dass das Gehörte auf der nächsten Gruppensitzung nochmals angesprochen werden sollte.

 

Zu dieser Sitzung, die wie immer am ersten Montag im Monat, also am 7. Juli um 18.00 Uhr im Konferenzraum des St Antonius-Hospitals in Gronau, stattfindet, sind alle Mitglieder, aber auch Gäste herzlich willkommen.

 

 

 

  CHRONIK

Veranstaltungen
Patientenseminar 12.Nov.2011

Am 12. November 2011 wurde Interessierten und Betroffenen die Möglichkeit geboten am 2. PKSHG - Patientenseminar teilzunehmen.

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein erschreckendes Thema – Betroffene machen eine schwere Zeit durch, bis sie sich wieder fangen können. Oft sind Informationen und Austausch über die Erkrankung geeignete Hilfen für Patienten und Angehörige.

Der Patiententag war eine gelungene Veranstaltung mit vielen Teilnehmern. Im Anschluss an jeden Vortrag gab es ausreichend Zeit, um Fragen der Patienten ausführlich zu beantworten. Darüber hinaus wurde von vielen Teilnehmern die Möglichkeit genutzt, in Einzelgesprächen spezielle Fragen mit den Vortragenden zu klären. Ein guter Weg, persönliche Fragen zu speziellen Fachgebieten zu stellen. So konnten eventuelle Hemmungen vor großem Publikum zu sprechen gar nicht erst aufkommen.

Wir bedanken uns bei den Vortragenden, beim St.Antonius-Hospital Gronau, dem PZ-NW Gronau und allen Helfenden vor und hinter den Kulissen.

 

Alle Bilder von Andreas Koch. Vielen Dank für die Verfügungsstellung

Vortrag zum Thema „Krebs und Ernährung“

Detlef Henkelmann begrüßte die Referentin des Abends,

Frau A. Lugt-Widmayer,  Ernährungsberaterin St. Antonius Hospital Gronau

die eine umfangreiche Ausstellung der unterschiedlichsten Nahrungsmittel vorbereitet hatte. Frau Lugt-Widmayer erklärte, dass Fragen jederzeit gestellt werden könnten, wovon die Zuhörer reichlich Gebrauch machten.
Der Vortrag behandelte nicht nur Wert und Risiken der verschiedenen Nahrungs- und Genussmittel, sondern auch praxisnahe Hinweise für Einkauf und Zubereitung. Einige der Informationen waren:
- Leitungswasser ist eins der am besten überwachten Getränke. Wenn Mineralwasser getrunken wird, sollte auf den Kalziumgehalt geachtet werden (min. 300 mg/l).
„Wellness-Wässer“ enthalten meist unnötig viel Zucker.
- An Fleisch sollte nicht mehr als 3 oder 4 mal pro Woche ca. 150 Gramm verzehrt werden. Rind- und Schweinefleisch sowie Wild enthalten besonders viel Eisen und Omega-3-Fettsäuren; bei Massentierhaltung besteht die Gefahr, dass Antibiotika und Hormone ins Fleisch gelangen; das gilt auch für Geflügel, das ansonsten empfehlenswert ist.
- Fisch, vor allem aus heimischen Gewässern, ist ebenfalls zu empfehlen. Fischkonserven aus Zuchtfischen sollten das MSC-Siegel (Marine Stewardship Control) tragen.
- Waldpilze sollten nicht allzu oft – im Schnitt einmal alle ein bis zwei Monate – gegessen werden. Vor allem Pilze aus Osteuropa können immer noch mit radioaktivem Cäsium belastet sein.
- Öle: besonders reich an Omega-3-Fettsäuren sind Oliven-, Raps- und auch Leinöl. Für Salate sollte kaltgepresstes Öl verwendet werden; beim Braten spielt das keine Rolle.
- Obst und Gemüse sind reich an Vitaminen. Oft sind zur Aufschlüsselung – zum Beispiel zur Bildung von Lycopinen aus Tomaten – Öle notwendig.
- Angeschimmelte Nahrungsmittel sollten sofort und vollständig weggeworfen werden. Manche Schimmelarten (z.B. auf bestimmten Nüssen) sind starke Krebserreger.
- 50 Gramm Zucker pro Tag reichen aus. Soviel ist oft schon in einem Becher Fruchtjoghurt enthalten.
- Beim Braten von Fleisch sollte die Öltemperatur nicht über 170 °C liegen, damit sich kein Acrylamid bildet; die Temperatur kann durch Zugabe von Butter begrenzt werden.
- Margarine ist gehärtetes Öl und nur als Brotaufstrich sinnvoll. Zum Backen oder Braten kann auch direkt Öl verwendet werden. Halbfett-Margarine ist Unsinn: man bezahlt dabei 50% Wasser.
- An alkoholischen Getränken sollten Männer nicht mehr als einen halben Liter Bier oder ¼ Liter Wein trinken, Frauen höchstens die Hälfte davon.
- Als Joghurt ist weißer Biojoghurt (mit lebenden Kulturen) zu empfehlen; er kann mit Haferflocken, Nüssen oder Rosinen angereichert werden (persönlichen Mix in passenden Mengen vorbereiten!). Speisequark und Magermilch sind ebenfalls empfehlenswert.
- Auch dunkle Schokolade (min. 50% Kakao) ist gesund; aber nicht mehr als 45 Gramm pro Tag!
- Essen soll auch Spaß machen; dazu sollte man sich die nötige Zubereitungszeit gönnen!.


Der Vortrag endete um 19:50; zwischendurch war in einer kurzen Pause Gelegenheit, die vielen Exponate zu besichtigen und die ausgelegten Schriften anzusehen oder mitzunehmen. Die Vielzahl von Fragen zeigte, dass die Zuhörer mit Interesse bei der Sache waren.

Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Gronau
PKSHG-Gronau